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Warum zurück zu alten Mustern? Ein Gespräch mit Creative Director Pascal Duval und Film Director Paul Geusebroek

Sträwkcür thcin rhaf. Ok, warte - lies das nochmal, aber diesmal rückwärts. Hast du das Gefühl, in alte Muster zu verfallen? Unser neuester Film ruft alle Menschen dazu auf, den Schwung des positiven Wandels mitzunehmen und nicht in vorpandemische Mobilitätsgewohnheiten zurückzufallen. Stattdessen möchten wir dazu inspirieren, vorwärts zu fahren, in eine grünere, glücklichere Zukunft. Wir haben uns mit unserem Creative Director Pascal Duval und dem in Amsterdam lebenden Filmregisseur Paul Geusebroek unterhalten, um den Film genauer unter die Lupe zu nehmen.

Hey Pascal, kannst du uns ein bisschen mehr zum Konzept für den Reverse Film erzählen? Woher kam die Idee?

Pascal: Unsere Mission bei VanMoof wurde sogar noch aktueller, als währende der Pandemie alle zuhause bleiben mussten. Viele Städte wurden grüner und sauberer, weil es weniger Autos, Staus und Verschmutzung gab. Die Idee kam zu einem Zeitpunkt, an dem alte Gewohnheiten der Menschen wieder zurückkehrten. Wir wollten etwas aus der Erkenntnis machen, dass die Leute wieder mehr reisen, regelmäßig pendeln und täglich in ihre Autos steigen. Die Menschen fielen zurück in schlechte Angewohnheiten, die nicht unbedingt als “schlecht” angesehen sind. Das Problem ist nur, wenn alle sich wieder so verhalten, sind wir wieder zurück beim vorherigen Level an Verkehrsaufkommen, Staus und allen Komplikationen, die damit einhergehen, wie Zerstörungswut oder Unfällen.

Was hat dich als Regisseur am meisten am Filmkonzept überzeugt, Paul?

Paul: Ich war sofort angetan, weil ich fand, dass die visuelle Metapher des Rückwärtsfahrens so simpel wie ausdrucksstark ist. Simpel im positiven Sinne. Ich versuche eigentlich immer Konzepte zu entwickeln, die nicht zu verworren sind. Ich fand außerdem, dass es ein großes filmisches Potenzial gab: viele von Pascals Referenzen wirkten auf mich sehr filmisch und ich sah viele Möglichkeiten für großartige Streetstyle-Fotografie. Und natürlich auch, dass es ein Projekt für einen guten Zweck ist.

Du bist für deine atmosphärischen, cinematografischen Filme bekannt - ein Stil, der sich auch in diesem Film wiederfindet. Er hat auch etwas old-schooliges, oder?

Paul: Ja und genau das wollten wir. Keinen auffälligen, hippen Film – wir wollten etwas Traditionelleres machen. Es sollte solide Cinematographie sein, ohne Schnickschnack.

Pascal: Genau - der Film ist zeitlos. Er spielt zwar in einer 'Zeit', aber man kann weder sagen, dass wir uns im Jetzt befinden, noch erkennen, in welcher Stadt er spielt. Der Film findet in einer Art Zwischendimension statt. Hoffentlich hat er in fünf Jahren immer noch dieselbe Wirkung.

Paul: So ist es. Die Idee war, eine alte Welt zurückzulassen. Wir wollten, dass es sich so anfühlt, als würde man diese veraltete Welt hinter sich lassen, zusammen mit einem klischeehaften Alltagstrott.

Die Musik hat einen starken Einfluss auf die Zeitlosigkeit. Wie kamt ihr auf diesen Sound?

Paul: Wir wollten keine dystopischen Klänge. Wir wollten genau das Gegenteil, nämlich einen ironischen Kontrast zu schaffen – zwischen dem, was man sieht und dem, was man hört. Die Stimmung der Vintage-Aufnahme gibt dem Ganzen eine gewisse Tiefe. Während des Drehs haben wir den Track oft im Hintergrund am Set gespielt. Das hatte einen großen Einfluss auf Stimmung und Tempo der Aufnahmen. Die Aufnahmen und die Musik passen dadurch richtig gut zusammen.

"Wir wollen der Welt einen Spiegel vorhalten. Wir möchten niemanden für sein Verhalten anklagen. Es geht vielmehr um die Botschaft des Films, als um eine Wertung."

Wie war es, den Film zu produzieren? Wie war die Stimmung am Set?

Paul: Wir mussten eine komplette Kreuzung für unseren Dreh absperren. Eine weitere Schwierigkeit bestand darin, den Film innerhalb von nur zwei Drehtagen fertigzustellen. Wir haben meistens drei Aufnahmen mit drei verschiedenen Screens gleichzeitig gedreht. Aber weil das richtig gut lief, hat es echt Spaß gemacht. Die Crew war großartig. Und wenn man dann mal im Flow ist, hat man auf einmal so viel Adrenalin, dass der Film dadurch besonders stark wird.

Der Film heißt Reverse - warum wollt ihr gerade jetzt mit der Rückwärts-Idee spielen?

Pascal: Es geht vorläufig um kulturellen Zeitgeist. Im Moment, mit all den Waldbränden und Sturzfluten, wird die Klimakrise doch ziemlich deutlich. Doch vor ein paar Monaten gab es einen kurzen Moment, in der sich die Gesellschaft für Neues öffnen konnte. Es war fast, als ob wir fast vergessen hätten, dass wir uns in dieser prekären Situation befinden. Der Film spielt mit diesen beiden Ideen – es geht darum, nicht in die Welt vor der Pandemie zurückzukehren, aber auch darum, bewusst vorwärts zu gehen. Darum, sich klar zu werden, dass wir uns verändern müssen. Wir wollen der Welt einen Spiegel vorhalten. Wir möchten niemanden für sein Verhalten anklagen. Es geht vielmehr um die Botschaft des Films, als um eine Wertung.

Seht ihr den Film also als Botschaft an Individuen oder als Handlungsaufforderung für diejenigen, die die Macht haben, etwas zu verändern? Oder beides?

Pascal: Am Ende funktioniert es nur zusammen - die Veränderung muss aus der Gesellschaft kommen. In London zum Beispiel fahren dort, wo extra Raum für Fahrräder und Fußgänger geschaffen wurde, mittlerweile wieder Autos, einfach weil es so viele gibt. Regierungen und Unternehmen tragen aber sicherlich Verantwortung, die richtige Botschaft zu vermitteln.

"Am Ende funktioniert es nur zusammen - die Veränderung muss aus der Gesellschaft kommen."

Was sollen die Leute aus dem Film mitnehmen?

Paul: Das Ende, an dem die Fahrerin zu sehen ist und die Aufnahme direkt danach - eine Art Aufatmen. Es ist entspannt, die Musik kommt in Einklang und passt schließlich zu dem was zu sehen ist. Die Straße ist jetzt ruhiger und man hört die Vögel zwitschern. Genau das war mein Ziel: dass sich das Ende des Films wie ein Aufatmen anfühlt. Das Fahrrad steht nicht nur für eine bessere Umwelt, sondern auch dafür, aus einem Trott auszubrechen - mit dem Fahrrad aus dem Nine-to-Five-Trott ausbrechen. In unserem Film steht es für Freiheit: alle stecken fest, aber diese Person auf dem Fahrrad kann einfach durchfahren.

Während der Pandemie boomte der Verkauf von E-Bikes und es gab einen Hype für Städte menschenfreundlicher zu gestalten. Das Gefühl kam auf, dass uns die Krise dazu bringt, neue Wege zu gehen. Jetzt sehen wir wieder einen Anstieg in der Automobilbranche - sowohl was den Verkauf als auch die Nutzung angeht. Woran liegt das?

Paul: Ich bin kein Wirtschaftswissenschaftler, aber ich glaube, dass wir uns mitten in einer großen Konsumwelle befinden. Vielleicht ist daher jetzt nicht die beste Zeit, solche Dinge zu messen. Die Menschen konsumieren im Moment vollkommen ungebremst. Nachdem sie so lange nicht raus konnten, wird jetzt kompensiert. Das könnte also ein Grund dafür sein. Nichtsdestotrotz ist diese Tendenz beunruhigend und sollte von der Regierung gesteuert werden. Ich bin der vollen Überzeugung, dass man auf Regierungsebene Einfluss auf solche Entwicklungen nehmen kann. Dennoch kann man natürlich auch als Individuum etwas bewirken, als Bürger, der die Regierung zum Handeln drängt. Letztendlich aber müssen diese großen Veränderungen von dort ausgehen.

Pascal: Ich denke, es hat viel mit Bequemlichkeit zu tun. In Holland sagt man "wat de boer niet kent, dat vreet hij niet", oder "was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht." Ein bisschen ist das auch so. Es zeigt, dass, obwohl die ganze Welt ihre Routinen verändern musste, die Menschen auch leicht wieder zurück in alte Gewohnheiten fallen. Aber wenn man es tatsächlich schafft, die Autokultur zu verändern; wenn man es schafft, die Gewohnheiten der Menschen zu verändern - ist das wahnsinnig stark. Und interessant. Hoffentlich haben wir ein starkes, kontroverses und poetisches Stück geschaffen, das Debatten über dieses Thema anregen wird.

Die Rückkehr zum dysfunktionalen Status Quo von Staus, Umweltverschmutzung und Zerstörungswut im Straßenverkehr ist nicht der Weg nach vorne. Fahrradfahren dagegen bringt frischen Wind, den sowohl unsere Umwelt, als auch die Stadtbewohner dringend brauchen. Fahr nicht rückwärts. Die Zukunft liegt vor uns.

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