Hmm, wir können nicht finden, was du suchst...

Gib nicht auf! Überprüfe die Schreibweise oder versuche etwas weniger Spezifisches.

Suche
Cities & Cycling

Weniger Ausreden, mehr Platz: Neue Ideen für Berlins überfüllte Straßen mit Stadtplaner Tom Meiser

Weniger Ausreden, mehr Platz: Neue Ideen für Berlins überfüllte Straßen mit Stadtplaner Tom Meiser

Im Mai diesen Jahres schlossen wir uns der Initiative Berlin Autofrei an. Diese setzt sich dafür ein, den Raum innerhalb des S-Bahn-Rings in autoreduzierte Straßen zu verwandeln. Um möglichst viele unserer Berliner Fahrer:innen zu erreichen, haben wir uns mit der Künstlerin Martina Paukova zusammengetan. Ihre bunt-illustrierte Vision von Berlin als Biketopia auf dem Schaufenster unseres Berlin Brand Stores soll dazu motivieren, die Petition zu unterschreiben. Wir haben unermüdlich aufgeklärt und informiert, um so Hunderte unserer Fahrer:innen zu begeistern, ihre Stimme abzugeben. Während die Initiative Berlin Autofrei weiterhin fleißig Unterschriften zählt und sammelt – 170.000 werden insgesamt für die Durchsetzung des Volksentscheids benötigt – gehen wir schon mal einen Schritt weiter. Wir möchten helfen, ihre Idee zu verwirklichen, Raum für Menschen zu schaffen, statt für Autos.

Die Lösung: Sichere Wege schaffen

Wie können wir erfolgreich mehr Leute zum Fahrradfahren zu motivieren? Die Lösung ist eindeutig: Um mehr Menschen von alternativen Verkehrsmitteln zu überzeugen, müssen Städte eine sichere und zuverlässige Infrastruktur schaffen. Unseren eigenen Daten zufolge, die wir zusammen mit YouGov erhoben haben, fühlen sich Berliner:innen auf dem Fahrrad nicht sicher. Die Zahl der Fahrradfahrer:innen stieg zwar während der Pandemie um 22 Prozent, jedoch haben sich gleichzeitig die Todeszahlen fast verdreifacht. Die Daten sprechen eindeutig für sich. Es fehlt sicherer Platz und die notwendige Infrastruktur für Berlins Fahrradfahrer:innen. Das muss sich dringend ändern

Torstraße 42

Torstraße 42, die Adresse unseres VanMoof Brand Stores, ist nur ein Beispiel für eine Gegend in Berlin, die von einer radikalen Umgestaltung profitieren würde. Momentan ist sie eine laute, völlig überfüllte, sechsspurige Straße, auf der es wegen fehlender Infrastruktur für Fahrräder viel zu häufig zu Fahrradunfällen kommt. Du versuchst selbst auch immer die Torstraße zu umfahren? Kein Wunder. Toms Entwurf teilt die Straße in eine mittlere Spur, die ausschließlich für öffentliche Verkehrsmittel und Taxis bestimmt ist und eine gesonderte, rote Fahrradspur. Ein zusätzlicher Grünstreifen mit Bäumen, Blumenbeeten, Fahrradständern und Stromanschlüssen bietet Platz für die dringend benötigte Infrastruktur. So werden Fahrradfahrer:innen geschützt und die Unfallgefahr minimiert. Das soziale Leben steht auf einmal im Mittelpunkt und wird nicht mehr vom Autoverkehr zur Seite gedrängt. Puh. So viel besser.

Rosenthaler Platz

Der Rosenthaler Platz ist eine Kreuzung aus fünf Straßen, komplett ohne Infrastruktur für Fahrräder. Damit ist sie eine der gefährlichsten Kreuzungen für Radfahrer:innen in Berlin Mitte. Toms Lösung: Ein farblich abgetrennter Radweg und geschützte Fußgängerüberwege, die für einen sichereren, integrativeren und vielfältigeren öffentlichen Raum sorgen. Jetzt stell dir dazu noch einen verkehrsberuhigten Marktplatz in der Mitte des Rosis vor, auf dem du bei einem Flat White im Schatten der Bäume sitzen kannst. Die Vorstellung ist viel zu schön, um sie nicht umzusetzen!

Torstraße/Friedrichstraße

Die Kreuzung Torstraße/Friedrichstraße ist mindestens genauso gefährlich für Fahrradfahrer:innen. Durch den Bau von farblich gekennzeichneten Radwegen, gut ausgebauten Gehwegen und Fußgängerüberwegen könnte die Gefahr unkompliziert aufgelöst werden. Einige Bereiche wären dann nicht mehr asphaltiert. Mehr Grün würde dafür sorgen, dass die gesamte Kreuzung ein wenig runterkühlt, da diese derzeit aufgrund der stark befahrenen Straßen völlig überhitzt ist. Das ist nicht nur wörtlich gemeint.

Menschen ihren Freiraum zurückgeben

Wir haben nicht unendlich viel Platz in unseren Städten. Warum geben wir trotzdem einen unverhältnismäßig großen Teil an Autos ab? Der erste notwendige Schritt ist klar: Die Einstellung gegenüber der Nutzung unseres wertvollen öffentlichen Raums muss sich ändern. Berlin, einschließlich Spandau, Wittenau und Köpenick, ist 891 km² groß. Davon gehen alleine 135 km² Fläche für den Autoverkehr verloren. Das ist mehr als die gesamte Fläche von Charlottenburg-Wilmersdorf, Mitte und Friedrichshain-Kreuzberg zusammen. Diese Fläche kann man ja wohl besser nutzen?

Während 60 Prozent der Berliner Straßen für Autos ausgelegt sind, sind nur 3 Prozent für Fahrräder vorgesehen. Aber das ist ja bestimmt analog zur Nutzung der einzelnen Verkehrsmittel, oder nicht? Falsch. In Berlin werden insgesamt 30 Prozent der Wege mit dem Auto und 15 Prozent mit dem Fahrrad zurückgelegt. Innerhalb des S-Bahn-Rings (einem Gebiet von 81 km²) sind die Zahlen noch eindeutiger: 17 Prozent aller Fahrten werden mit dem Auto und 18 Prozent mit dem Fahrrad gemacht. Diese Statistik zeigt deutlich auf, dass bei Berliner:innen eine immense Verhaltensänderung im Gange ist. Die Menschen sind bereit für Neues. Die Konzepte von Berlin Autofrei für grünere, autofreie Innenstädte entsprechen nur dem, was sowieso schon lange gefordert wird. Worauf warten wir noch?

Alte Schönhauser Straße

Die Alte Schönhauser Straße ist ein beliebter Abschnitt von Berlin Mitte - in der charmanten Shoppingstraße wimmelt es von Fußgänger:innen und Menschen, die in Cafés sitzen oder von Laden zu Laden schlendern. Es stellt sich einmal mehr die Frage: Wieso wird eine ohnehin schon enge Straße zusätzlich von parkenden Autos dominiert? Toms neues Konzept zeigt das volle Potenzial des für Fußgänger:innen prädestinierten Ortes. Den Raum komplett von Autos befreien und Platz für Fußgänger:innen schaffen, macht die Alte Schönhauser nicht nur sicherer, sondern ermöglicht auch den Läden, den neu entstandenen Platz für eine gemütliche Atmosphäre zu nutzen.

Wenn das Argument “mehr Platz” dich noch nicht überzeugen konnte, wie wäre es mit weniger Zeit im Stau und dafür mehr Zeit auf dem Fahrrad? Durchschnittlich verbringen Berliner:innen 80 Minuten am Tag im Stau, obwohl die Autofahrt im Schnitt nur sechs Kilometer lang ist und 23 Minuten dauert. Unsere Daten zeigen, dass diese Fahrten mit dem E-Bike viel besser zu bewältigen wären und die Pendelzeit auf etwas mehr als 17 staufreie Minuten reduziert werden könnte.

Brandenburger Tor

Autofahrer:innen nutzen Autobahnen, was dürfen wir nutzen? Der Tiergarten, Berlins größter und beliebtester Park bietet der größten Artenvielfalt der Stadt ein Zuhause. Vom Brandenburger Tor aus, führt derzeit eine große Bundesstraße mit einem schmalen und ungeschützten Radweg, mitten durch den Park. Stell dir stattdessen eine geschützte Schnellstraße für Fahrräder vor, von Moabit nach Mitte und zurück. Sie würde das Pendeln in der Stadt so viel einfacher machen. Toms Vorschlag bietet Fahrradfahrer:innen, Fußgänger:innen, öffentlichen Verkehrsmitteln und Autos gleichermaßen Platz. Eine Bepflanzung in der Mitte könnte die Artenvielfalt zwischen den beiden Teilen des Parks wieder stabilisieren.

Es besteht kein Zweifel daran, wie es weitergehen muss: Es wird Zeit, das Auto stehen zu lassen wann immer es möglich ist. Toms Konzepte zeigen, dass durch neue Mobilitätslösungen innerhalb des Berliner Rings unzählige Vorteile entstehen. Seien es sicherere Räume für Fahrradfahrer:innen, mehr Lebensqualität und Vielfalt im öffentlichen Raum, oder mehr Grün für Artenvielfalt. Letztlich ist der einzige Weg in die Zukunft: weniger Ausreden und mehr Platz.

Illustrationen von der in Berlin lebenden Künstlerin Martina Paukova. Mehr ihrer Arbeiten findest du hier. Renderings vom Berliner Stadtplaner und Nachhaltigkeitsexperten Tom Meiser. Mehr über seine Arbeit erfährst du hier.

Finde den nächstgelegenen VanMoof Brand Store, Service Hub oder eine zertifizierte Werkstatt und mache noch heute eine Testfahrt mit dem VanMoof S3 & X3.

Hol dir das Bike